Stellungnahme zum islamistischen Attentat auf den Berliner CSD

Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. drückt den Opfern des islamistischen Anschlags auf den Berliner CSD tiefe Trauer und Anteilnahme an. Wir sind in Gedanken bei der Tochter und allen weiteren Angehörigen des Todesopfers, einer 65-jährigen Mutter aus Warschau. Unsere Gedanken sind auch bei den Verletzten und allen, die diese schreckliche Tat miterleben mussten. Und wir möchten allen Helfenden, den Einsatzkräften aus Krankenhäusern, Polizei und Feuerwehr, unsere Hochachtung zeigen.

Es ist unerträglich, dass die queere Community in Deutschland nun wieder im Fokus verschiedener extremistischer Kräfte steht und vielerorts bedroht und angegriffen wird. Diese Bewegung engagiert sich über Jahrzehnte hinweg für gesellschaftliche Emanzipation und für die Möglichkeit, ihre grundrechtlich verbrieften Rechte wahrzunehmen. Ihr Einsatz für Sichtbarkeit und ihr Protest sind ein wichtiger Teil unserer Demokratiegeschichte.

Die Tat des jungen Berliner Islamisten trifft deshalb alle, die sich für unseren freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaat und unsere offene, vielfältige Gesellschaft einbringen. Wir dürfen als Gesellschaft religiös begründeten Extremismus nicht verharmlosen und dürfen ihm keine Resonanzfläche bieten. Wir müssen dem Hass, der sich immer öfter Bahn bricht, gemeinsam mit einer starken Haltung entgegenstehen und präventive Möglichkeiten konsequent ausschöpfen. Nicht zuletzt müssen Sicherheitsbehörden die nötigen Kapazitäten für eine Durchsetzung repressiver Maßnahmen erhalten.