Von Vortragsreihen bis zur Zeitgeschichte am Tresen auf Getränkedeckeln
Für seine Ideen und Impulse erhielt der Duisburger RAG-Sprecher Wolfgang Braun das Bundesverdienstkreuz: Feierstunde im Rathaus und in der Kirchengemeinde.
Eine besondere Ehrung wurde einem „Augenöffner“ zuteil, der sich den klaren Blick bewahrt hat, um gesellschaftliche Fehlentwicklungen wie den Rechtsextremismus zu erkennen und zu benennen. Wolfgang Braun belässt es jedoch nicht bei der Diagnose, sondern pocht auch auf Therapien und vor allem auf nachhaltige Präventionsstrategien, wie Duisburgs ehrenamtliche Bürgermeisterin Edeltraud Klabuhn im Mercatorsaal des Rathauses betonte. Im Auftrag des Bundespräsidenten Franz Walter Steinmeier zeichnete die Sozialdemokratin am 19. Dezember den Sprecher der Regionalarbeitsgruppe Rhein-Ruhr West mit dem Bundesverdienstkreuz aus.
Neben Ehefrau Elke und seiner Familie gehörten der stellvertretende RAG-Sprecher Dr. Ralf Schäfer und die Personen, die in den benachbarten RAG das Sprecheramt bekleiden, zu den Ersten, die vor Ort gratulierten: So die Professorin Dr. Marie Elisabeth Müller, die im November 2024 die Düsseldorfer Gruppe ins Leben rief, und Stefan Querl aus der RAG im Münsterland, der gebürtig aus Duisburg stammt, Wolfgang Braun viel Rat und Hilfe verdankt und Grüße von Andreas Dickerboom, dem Sprecher aller RAGen im Vorstand übermittelte. Online ins Rathaus neben der Salvatorkirche zugeschaltet war u.a. Ruth Wunnicke, die im Namen von Geschäftsführer Dr. Michael Parak, der gesamten Berliner Geschäftsstelle und dem Bundesvorstand Anerkennung äußerte. Über Jahrzehnte ist Braun als Sprecher aktiv.
Er selbst schlug nach der Laudatio leise, reflektierte Töne an in der Hinsicht, dass er zu bedenken gab, dass ein gewisser Stil des Redens über den Rechtsextremismus diesem Phänomen erst Vorschub leiste. Echte Partizipation statt nur Floskeln oder Strohfeuer im Handeln sei heute erforderlich. Insbesondere auch das Mitnehmen von den Menschen, die in wachsender Distanz zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung stünden. Unvergessen in dem Kontext: Brauns anspruchsvolle Vortragsreihen, Serien über Duisburger Demokratinnen und Demokraten in Medien und seine Initiativen für Getränkedeckel-Aktionen mit klug bedruckter Pappe zu verschiedenen Themen der Zeitgeschichte und zur Architektur der europäischen Integration nach 1945, die an Tischen und Tresen Diskussionsstoff bieten.
Wie stark Wolfgang Braun an Rhein, Ruhr und Emscher wacher Ideen- und Impulsgeber, aber auch „Fels in der Brandung“ (Edeltraud Klabuhn) und zentraler zivilgesellschaftlicher Stellwerker ist, zeigte sich nach der offiziellen städtischen Feierstunde ebenfalls bei einer Begegnung im Zentrum der Pauluskirche der evangelischen Gemeinde Hochfeld-Neudorf: Aus der Synagoge, den verschiedenen Religionsgemeinschaften und auch Konfessionen, aus Parteien, Gewerkschaften, Bildungs-Institutionen reihten sich Personen ein in die Schar derer, die Glückwünsche überbrachten.
Ausführliche Würdigung gibt es in der Rheinischen Post
Stefan Querl
Mika Ache
Stefan Querl