„Wiederholt sich Geschichte?“
O-Töne des Warendorfers Paul Spiegel gingen unter die Haut
„Wiederholt sich Geschichte?“ fragte ein Podium im Gedenken
Mit fachlicher Expertise aus der Regionalarbeitsgruppe (RAG) im Münsterland, der Villa ten Hompel, der Universität Münster und dem Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in München und Berlin hat die Stadt Warendorf an die seit 25 Jahren bestehende Ehrenbürgerschaft ihres berühmten jüdischen Sohns Paul Spiegel seligen Angedenkens erinnert.
In einem Festakt begrüßte Bürgermeister Peter Horstmann die Witwe Gisèle Spiegel aus Düsseldorf, die im Zweiten Weltkrieg – wie ihr späterer Ehemann Paul – knapp der Gewalt und der antisemitischen Verfolgung des NS-Staates entronnen war im Exil und in Familien-Verstecken.
„Wiederholt sich Geschichte?“, war die Kernfrage einer viel beachteten Podiumsdiskussion, in der Prof. Dr. Andrea Löw, Holocaust-Forscherin am IfZ, appellierte, nicht den „Frust“ über den aktuellen politischen Rechtsruck, sondern „Lust“ auf Quellen und auf die Auseinandersetzung mit Biografien in den Fokus zu nehmen: Zum Beispiel in Form von Schul- oder Hochschulprojekten zur Prävention gegen Antisemitismus. Kirchenhistoriker Prof. Dr. Dr. h.c. Hubert Wolf, Seminardirektor an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Münster, erinnerte an die kirchliche Verantwortung in der Vergangenheit, aber auch den Kern des Christlich-Jüdischen Dialoges heute, der nicht in Schablonen verharren dürfe, sondern neu die Gemeinsamkeiten der Religionen entdecken und vermitteln müsse, auch mit dem Islam zusammen. Posthum dankte Stefan Querl als Sprecher der RAG, als Moderator und Leiter der Villa ten Hompel Paul Spiegel sehr für sein nachhaltiges Engagement auch im Münsterland: So zur Eröffnung der ersten Dauerausstellung am 7. und 8. Mai 2001 im Geschichtsort in Münster. Maßgeblich hatten sich damals auch der Regionalsprecher Horst Wiechers und seine Vorgängerin Dr. Gisela Schwarze engagiert, unterstrich Stefan Querl, der seinerzeit studentischer Praktikant in der Villa ten Hompel war und die Regionalarbeitsgruppe unterstützt hatte, vor allem auch Prof. Dr. Alfons Kenkmann aus dem erweiterten Bundesvorstand, der bis zu seinem Wechsel an die Universität Leipzig Direktor des städtischen Geschichtsortes in Münster war. Er begrüßte mit Paul Spiegel zu einem feierlichen Eröffnungsreigen im Stadtweinhaus und am Geschichtsort selbst den Ministerpräsidenten Wolfgang Clement (SPD) aus Düsseldorf und Münsters Oberbürgermeister, den Christdemokraten Berthold Tillmann mit etlichen Ehrengästen, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.
Bis Mai 2028 wird die heutige Präsentation „Geschichte Gewalt Gewissen“ am Kaiser Wilhelm Ring grundlegend überarbeitet dank Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung in Nordrhein-Westfalen, der Stadt Münster sowie des Fördervereins. Unter die Haut gingen in Warendorf Originaltöne und ZDF-Nachrichtenbilder von Paul Spiegel, die eingespielt wurden, etwa mit der Kritik an der damaligen „Leitkultur“-Debatte und Würdeverletzungen, die von ihrer Aktualität kaum etwas verloren hat, wie alle auf dem Podium betonten. Der RAG plant mit Warendorf zurzeit Folgeprojekte im Vermächtnis des früheren Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, dem seit 2006 das selige Angedenken gewidmet ist.
Mehr zum Festakt der Stadt Warendorf, den Aktivitäten der RAG Münsterland im Kontext von Paul Spiegel und zur Aufzeichnung des Podiums finden Sie hier
Kirchenhistoriker Prof. Dr. Dr. h.c. Hubert Wolf, Seminardirektor an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Münster, erinnerte an die kirchliche Verantwortung in der Vergangenheit, aber auch den Kern des Christlich-Jüdischen Dialoges heute, der nicht in Schablonen verharren dürfe, sondern neu die Gemeinsamkeiten der Religionen entdecken und vermitteln müsse, auch mit dem Islam zusammen.
Posthum dankte Stefan Querl als Sprecher der RAG, als Moderator und Leiter der Villa ten Hompel Paul Spiegel sehr für sein nachhaltiges Engagement auch im Münsterland: So zur Eröffnung der ersten Dauerausstellung am 7. und 8. Mai 2001 im Geschichtsort in Münster.
Maßgeblich hatten sich damals auch der Regionalsprecher Horst Wiechers und seine Vorgängerin Dr. Gisela Schwarze engagiert, unterstrich Stefan Querl, der seinerzeit studentischer Praktikant in der Villa ten Hompel war und die Regionalarbeitsgruppe unterstützt hatte, vor allem auch Prof. Dr. Alfons Kenkmann aus dem erweiterten Bundesvorstand, der bis zu seinem Wechsel an die Universität Leipzig Direktor des städtischen Geschichtsortes in Münster war. Er begrüßte mit Paul Spiegel zu einem feierlichen Eröffnungsreigen im Stadtweinhaus und am Geschichtsort selbst den Ministerpräsidenten Wolfgang Clement (SPD) aus Düsseldorf und Münsters Oberbürgermeister, den Christdemokraten Berthold Tillmann mit etlichen Ehrengästen, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.
Bis Mai 2028 wird die heutige Präsentation „Geschichte Gewalt Gewissen“ am Kaiser Wilhelm Ring grundlegend überarbeitet dank Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung in Nordrhein-Westfalen, der Stadt Münster sowie des Fördervereins. Unter die Haut gingen in Warendorf Originaltöne und ZDF-Nachrichtenbilder von Paul Spiegel, die eingespielt wurden, etwa mit der Kritik an der damaligen „Leitkultur“-Debatte und Würdeverletzungen, die von ihrer Aktualität kaum etwas verloren hat, wie alle auf dem Podium betonten. Der RAG plant mit Warendorf zurzeit Folgeprojekte im Vermächtnis des früheren Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, dem seit 2006 das selige Angedenken gewidmet ist.
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