Auf den Spuren einer deutsch-belgischen Familie
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In seiner Spurensuche folgt Jürgen Vits den Lebenslinien von drei Generationen seiner deutsch-belgischen Familie – vom Kaiserreich über Weimar, der NS-Zeit bis in die Nachkriegszeit. Aufgespürte Tagebücher, Briefe, Fotografien und amtliche Dokumente aus dem Familiennachlass und aus Archivfunden führen zu einer schmerzhaften Erkenntnis: Der eigene Vater war Funktionsträger der Hitlerjugend und Mitglied der NSDAP – und von der NS-Ideologie weitaus begeisterter als der Autor zu dessen Lebzeiten ahnte. Und so deckt Jürgen Vits durch seine Recherchen überraschende Familiengeheimnisse sowie erstaunliche Zusammenhänge und Hintergründe auf. Er findet die gesuchten Antworten auf lang gestellte Fragen und kann endlich den dichten Familiennebel lichten. In seinem Buch erzählt Jürgen Vits auch von jüdischen Schoa-Überlebenden im familiären Umfeld, surrealen Parallelwirklichkeiten, von der berührenden Liebesgeschichte seiner Eltern im Schatten des Krieges und von familiären Erzählungen, die im Nachhinein korrigiert werden müssen.Seine Wege führen den Autor vom Niederrhein über Belgien bis nach Israel. Dabei entsteht eine präzise Milieustudie eines verunsicherten Bürgertums, das zum Scheitern der Weimarer Demokratie beitrug und sich dem Nationalsozialismus bereitwillig hingab. Sie zeigt nachdrücklich, wie das Schlimme anfing und der moralische Kompass schon früh versagte – und das alles vor unseren eigenen Haustüren und lange vor Auschwitz. Der Nationalsozialismus als Familiengeschichte und das Schweigen in der Nachkriegszeit: hier als repräsentatives Beispiel für unzählige deutsche Familien. Jürgen Vits stellt sein Buch „Sanssouci – Auf den Spuren einer deutsch-belgischen Familie im bewegten 20. Jahrhundert“ vor und gewährt, begleitet von einer Bilderschau aus seinem Familienarchiv, Einblicke in seine persönlichen wie zeitgeschichtlichen Recherchen. Die Schülerinnen und Schüler sind herzlich eingeladen, Fragen zu stellen und mit dem Autor zu diskutieren.