Veranstaltung
Gespräch mit Hannah Voß (Münster)
Moderation: Peter Römer (Münster)
Die 1970er-Jahre markieren das Jahrzehnt der aufkommenden „Neuen“ Frauenbewegung in der BRD. Auch lesbische Frauen engagierten sich zu der Zeit feministisch. Durch die in der geschichtswissenschaftlichen Forschung verbreitete Bezeichnung „Frauen- und Lesbenbewegung“ geraten und gerieten heterosexuelle Frauen und Lesben in den Neuen Sozialen Bewegungen jedoch in ein falsches Hierarchieverhältnis. Weder waren Lesbenbewegung und Frauenbewegung kongruent, noch ließ sich die Lesben- von der Frauenbewegung ableiten.
Dass die Bewegungsgeschichten lesbischer und heterosexueller Frauen in den 1970er- und 1980er-Jahren nicht gleichgesetzt werden können, zeigt sich am deutlichsten darin, dass ihre Protagonistinnen immer wieder miteinander in Konflikt gerieten. Hannah Voß nimmt in ihrer Masterarbeit diese Aushandlungsprozesse in den Blick und untersucht die lesbische Perspektive auf den sogenannten „Lesben-Hetera-Konflikt“. In ihrem Vortrag gibt sie Einblicke in ihre Forschungsergebnisse: Wie positionierten sich lesbische Frauen zu Kooperation und Konflikt zwischen den beiden Bewegungen in den 1970er-Jahren? Welche Themen verhandelten sie? Und welche Konsequenzen zog dies nach sich?
Hannah Voß ist pädagogisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin am Geschichtsort Villa ten Hompel. Sie studierte Geschichte und Anglistik/Amerikanistik in Münster und arbeitet seit 2022 auch zu queerer Geschichte, u. a. im Ausstellungsprojekt „Queer Münster“.
Neueste universitäre Abschlussarbeiten von Teamer*innen und Mitarbeitenden der Villa ten Hompel werden im Rahmen der Reihe Junge Wissenschaft in Impulsvorträgen vorgestellt und mit den Absolvent*innen kollegial diskutiert.