Veranstaltung
Hunderttausende sind es gewesen, die im Herbst 1989 in den Städten der DDR mit einer friedlichen Revolution ohne Blutvergießen das DDR-Regime und mit ihm Diktatur und Willkür hinweggefegt hatten. Mit dem Fall der Mauer und dem Ruf „Wir sind das Volk“ war der Weg zu einer schnellen deutschen Wiedervereinigung eröffnet. Viele Ostdeutsche nutzten die neue Freiheit, um sich lang gehegte Träume zu erfüllen. Aber auch massive wirtschaftliche Verwerfungen, hohe Massenarbeitslosigkeit und Entwertung ostdeutscher Biografien waren mit dieser Transformation verbunden. Viele damals entstandene Verletzungen sind bis heute nicht überwunden. Zurecht mahnte Franz-Walter Steinmeier: „Die deutsche Geschichte ist unvollständig, solange die Geschichten aus und über Ostdeutschland nicht erzählt sind.“ Dieses Anliegen wird Christine Lieberknecht mit ihrem Vortrag aufnehmen und dabei auch auf die Herausforderungen blicken, denen sich Demokratinnen und Demokraten heute angesichts globaler Krisen gemeinsam stellen müssen.
Christine Lieberknecht, evang. Theologin, war 1990 die erste Kultusministerin der freigewählten Thüringer Landesregierung. Von 1991 bis 2019 war sie Mitglied des Thüringer Landtags und während dieser Zeit Mitglied verschiedener Kabinette und Landtagspräsidentin. Von 2009 bis 2014 war sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen. Heute engagiert sie sich im Vorstand der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und als stellvertretende Vorsitzende im Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.
Der Eintritt ist frei