Veranstaltung
Mit der Zerstörung und Schändung der Synagogen im November 1938 verloren die jüdischen Bürger und Bürgerinnen ihre religiösen, kulturellen und sozialen Versammlungs-orte und die Zentren ihrer Gemeinden. Viele von ihnen flohen ins Ausland und wem dies nicht möglich war, flohen sie aus den kleinen Städten und Gemeinden in die vermeintliche Anonymität der Großstädte. Neben dem Gedenken an die Schändung der Synagoge in Öhringen würdigen wir in diesem Jahr die Hohenloher Opfer der Euthanasie. Stellvertretend für die bisher 135 bekannten Opfer in Hohenlohe gedenken wir an Max Kocherthaler, einem jüdischen Euthanasieopfer aus Öhringen.
Max Kocherthaler, für den ein Stolperstein in der Poststraße verlegt wurde, war eines der Euthanasieopfer des Naziregimes. Er wurde 1940 aus der psychiatrischen Klinik Weissenhof bei Weinsberg nach Grafeneck verbracht und direkt nach seiner Ankunft vergast. Im Rahmen des Euthanasie-programms der Nationalsozialisten, mit der Bezeichnung T4, wurden mehr als 70000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Beeinträchtigungen systematisch ermordet. Das szenische Spiel innerhalb des Pogromgedenkens befasst sich mit Max Kocherthaler und schließt die Hohenloher Opfer mit ein.
Um 18:00 Uhr beginnt die Gedenkveranstaltung und das szenische Spiel auf dem Parkplatz der Ledergasse unterhalb der Synagoge. Im Anschluss ziehen wir mit Kerzen zur Erinnerung zum Stolperstein von Max Kocherthaler, nach dem Halt in der Poststraße gehen wir weiter zum Markplatz, um die Gedenkkerzen auf dem Marktbrunnen abzustellen. Dort findet die Veranstaltung ihren Abschluss.