Veranstaltung

Buchvorstellung und Podiumsgespräch

Ohnmacht des Völkerrechts

09.12.2026 19:00 Uhr
Auditorium im LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster
Domplatz 10, 48143 Münster

Die Rückkehr des Kriegs und der Menschheitsverbrechen

Buchvorstellung und Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Christoph Safferling (Erlangen/Nürnberg), Prof. Dr. Nora Markard (Münster), Prof. Dr. Ulrich Schneckener (Osnabrück)

Irak, Ukraine, Gaza, Iran: 80 Jahre, nachdem in Nürnberg mit dem Prozess gegen Göring und die Hauptkriegsverbrecher eine neue Epoche im internationalen Recht begann, liegt das Völkerrecht am Boden. Immer öfter regiert stattdessen zwischen Staaten das Recht des Stärkeren. Aktuelle offene Verstöße gegen das Völkerrecht werden von den meisten Staaten, auch von führenden Politiker*innen in Deutschland, mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen.

In seinem neuen Buch zeichnet der Völkerrechtler Christoph Safferling die Geschichte des Völkerrechts von 1945 bis heute nach und benennt Doppelstandards und blinde Flecken auch der deutschen Politik. Seine Bilanz ist ernüchternd, sein Appell scharf: Gerade Deutschland muss die völkerrechtlichen Standards einfordern – auch wenn dies bedeutet, in offenen Konflikt mit jahrzehntelangen Verbündeten zu gehen. Nach einer Buchvorstellung durch den Autor folgt ein gemeinsames Gespräch mit Nora Markard und Ulrich Schneckener über seine Thesen.

Prof. Dr. Christoph Safferling ist Professor für Strafrecht und Völkerrecht an der Universität Erlangen-Nürnberg und Direktor der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien. Er war Ko-Autor der Studien „Die Akte Rosenburg“ zur NS Vergangenheit des Bundesjustizministeriums und zur Geschichte der Bundesanwaltschaft nach dem Zweiten Weltkrieg.

Prof. Dr. Nora Markard ist Inhaberin des Lehrstuhls für Internationales Öffentliches Recht und Internationalen Menschenrechtsschutz an der Universität Münster und Ko-Direktorin des Käte Hamburger Kollegs „Einheit und Vielfalt im Recht“. Einem breiten Publikum ist sie durch ihr Buch „Jura not alone“ (zusammen mit Dr. Ronen Steinke) bekannt.

Prof. Dr. Ulrich Schneckener ist Professor für Internationale Beziehungen & Friedens- und Konfliktforschung am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück und Sprecher des Center for the Study of Conflict & Peace.

Die Reihe „Mittwochsgespräche“ steht im 2. Halbjahr 2026 unter dem Titel „80 Jahre Nürnberger Prozesse“. Anlässlich des 80. Jahrestags der Urteilsverkündung im sogenannten Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess im Oktober 1946 widmen sich die Mittwochsgespräche der Bedeutung des Prozesses und seiner Folgewirkungen bis in die Gegenwart in geschichtswissenschaftlicher, rechtshistorischer und gesellschaftlicher Perspektive. Wissenschaftler*innen und Publizist*innen präsentieren ihre neuesten Forschungen und Veröffentlichungen. Im Anschluss an die Impulsvorträge oder moderierten Fachgespräche ist eine Diskussion ausdrücklich erwünscht!

Kooperationspartner:

In Kooperation mit:
Evangelisches Forum Münster, Gegen Vergessen – Für Demokratie Regionalarbeitsgruppe Münsterland e.V., Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V., Käte Hamburger Kolleg „Einheit und Vielfalt im Recht“ der Uni Münster, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Westfalen-Lippe