Veranstaltung

Theateraufführung + Podiumsdiskussion

Stimmen der Ukraine

17.10.2026 20:00-22:00 Uhr
KulturBahnhof Aalen
Georg-Elser-Platz 1, 73430 Aalen
https://www.stimmenderukraine.de/

Ein besonders kriegswichtiges Ziel russischer Raketen sind ukrainische Verlags­häuser. Alleine im Juli/August 2026 fielen durch gezielte Angriffe 11,5 Millionen Bücher, ein Drittel der ukrainischen Jahresproduktion, den Flammen zum Opfer.
Russlands Krieg gegen die Ukraine richtet sich ausdrücklich gegen die ukrainische Kultur. Russland bestreitet nicht nur das Existenzrecht des ukraini­schen Staates, sondern auch die eigenständige Geschichte, Kultur und Sprache der Ukraine. Ukrainische Bibliotheken und Museen werden geplündert und zer­stört, die ukrainische Sprache in den besetzten Gebieten aus den Lehr­plänen verbannt. Die aggressive Russifizierung reicht weit zurück in die sowjetische Geschichte und darüber hinaus bis ins Zarenreich, das im 19. Jahrhundert den Gebrauch der ukrainischen Sprache verbot. Ukrainische Künstler und Schriftsteller wurden unter den Zaren inhaftiert und verbannt, unter Stalin ermordet und bis in die Gorbatschow-Jahre hinein verfolgt.

Dennoch hat sich in der Ukraine über die Jahrhunderte ein reiches kulturelles Erbe angehäuft, das die Widerständigkeit gegen Fremdherrschaft und Autorita­ris­mus stets formuliert hat und das für die Identität der heutigen Ukraine von großer Bedeutung ist. Dies zeigt sich auch darin, dass die ukrainische Kultur gerade jetzt unter den Bedingungen eines existentiellen Krieges regelrecht aufblüht. Sie ist eine wichtige Quelle der nationalen Identität wie auch der entschieden pro-demokratischen gesellschaftlichen Resilienz der Ukrainerinnen und Ukrainer.
In Deutschland ist die ukrainische Literatur wenig bekannt. Erst langsam wandelt sich die Sichtweise auf unsere osteuropäischen Nachbarn. Einzeln und auch szenisch gemeinsam lesen die Schauspielerin Mareile Metzner und der Schau­spieler Jan Uplegger historische und aktuelle Texte von ukrainischen Autorinnen und Autoren. Natalia Kuprynenko, Iryna Lazer und Iryna Razin umrahmen die Lesung mit ukrainischen Liedern, begleitet von Yuriy Seredin am Klavier.

Im Anschluss an die Aufführung wird eine Podiumsdiskussion zum Thema „Kultur und Resilienz“ mit folgenden Teilnehmern stattfinden:
• Iryna Lazer und Jan Uplegger (Ensemble, Kyiv – Berlin)
• Dr. Iryna Kudyk-Wischmeier (Dt.-Ukr. Verein Aalen)
• Roderich Kiesewetter (Deutscher Bundestag)
• Tonio Kleinknecht (Theater der Stadt Aalen, Moderation)

Flyer

Kooperationspartner:

Theater der Stadt Aalen
Deutsch-Ukrainischer Verein Aalen

Hauptorganisator:

Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V. - RAG Ostwürttemberg