Veranstaltung

Vortrag

Von Nürnberg nach Bonn

02.12.2026 19:00 Uhr
Saal der Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm Ring 28, 48145 Münster

Film als Instrument politischer Bildung in der Nachkriegszeit und der frühen Bundesrepublik

Vortrag und Gespräch mit Dr. Götz Lachwitz (Potsdam)
Moderation: Thomas Köhler (Münster)

Zentrale Elemente des Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses wurden von den Alliierten gefilmt. Insbesondere die USA setzten im Rahmen ihres „Re-Education“-Programms gezielt auf Film als Medium politischer Aufklärung – beispielsweise durch eine ausführliche Berichterstattung über den Prozess in der deutschsprachigen Wochenschau, aber auch durch Produktion und Vertrieb des Kinofilms „Nuremberg: Its lesson for today“. Nach Gründung der Bundesrepublik fand diese Form der Bildungsarbeit mit Filmen eine Fortsetzung in der frühen politischen Bildung. Einzelne Strafprozesse gegen NS-Täter wurden für eine Fernsehberichterstattung auszugsweise mitgefilmt und anschließend für den Einsatz in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen bereitgestellt.

Der Vortrag setzt sich aus medienhistorischer Perspektive damit auseinander, was diese Filme heute über die frühe juristische und visuelle Auseinandersetzung mit nationalsozialistischen Verbrechen aussagen und inwiefern sie als Bestandteil eines – wenn auch brüchigen – Fundaments der heutigen deutschen Erinnerungskultur verstanden werden können.

Dr. Götz Lachwitz ist Medien- und Kulturwissenschaftler und seit August 2020 wissenschaftlicher Fachreferent beim Deutschen Rundfunkarchiv am Standort Potsdam-Babelsberg. Zuvor war er u.a. wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt „Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland“. Aktuell ist er im Rahmen einer Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte und anderen Partnern an einer historisch- kritischen Edition der Hitler-Reden beteiligt.

Die Reihe „Mittwochsgespräche“ steht im 2. Halbjahr 2026 unter dem Titel „80 Jahre Nürnberger Prozesse“. Anlässlich des 80. Jahrestags der Urteilsverkündung im sogenannten Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess im Oktober 1946 widmen sich die Mittwochsgespräche der Bedeutung des Prozesses und seiner Folgewirkungen bis in die Gegenwart in geschichtswissenschaftlicher, rechtshistorischer und gesellschaftlicher Perspektive. Wissenschaftler*innen und Publizist*innen präsentieren ihre neuesten Forschungen und Veröffentlichungen. Im Anschluss an die Impulsvorträge oder moderierten Fachgespräche ist eine Diskussion ausdrücklich erwünscht!

Die Veranstaltungen finden, wenn nicht anders angegeben, im Saal der Villa ten Hompel statt. Es ist keine Anmeldung erforderlich. Die Platzanzahl ist begrenzt. Es findet über Zoom eine Live-Übertragung statt. Der Zugangslink wird rechtzeitig auf der Homepage der Villa ten Hompel veröffentlicht.

Kooperationspartner:

In Kooperation mit:
Evangelisches Forum Münster, Gegen Vergessen – Für Demokratie Regionalarbeitsgruppe Münsterland e.V., Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V., LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Westfalen-Lippe