Veranstaltung
Referent: Dr. Wolfgang Kraushaar
Wer früher von einem linken Antisemitismus sprach, der sah sich nur zu rasch dem Vorwurf ausgesetzt, dass es ein derartiges Phänomen eigentlich gar nicht gebe. Entweder man war links, so dachte man, und damit projüdisch, oder aber man war antisemitisch und damit vor allem rechts eingestellt. Das war allerdings eine rein normative Sicht der Dinge, die sich empirisch nicht aufrechterhalten ließ. Unter dem Eindruck des von der Hamas am 7. Oktober verübten Massakers erleben wir nun eine Welle antisemitischer Aktionen, Übergriffen und zum Teil auch Anschlägen. Unter jüdischen Familien und in jüdischen Einrichtungen breitet sich zunehmend ein Gefühl der Einschüchterung und der Angst aus. Das macht es nötig, die gegenwärtig in der Bundesrepublik grassierenden Formen des Antisemitismus zu analysieren. Allerdings auch der Frage nachzugehen, woher der linke Antisemitismus stammt, wann er im Nachkriegsdeutschland zum ersten Mal manifest in Erscheinung getreten ist und welche Folgen er gezeitigt hat.
Dr. Wolfgang Kraushaar zählt zu den profiliertesten deutschen Politikwissenschaftlern und hat sich insbesondere mit Protestbewegungen, der 68er‑Bewegung und dem Linksterrorismus beschäftigt. Als langjähriger Wissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung prägt er mit seinen umfangreichen Studien maßgeblich die Analyse politischer Konflikte und gesellschaftlicher Umbrüche in der Bundesrepublik.
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