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Kurzbeschreibung meiner Unrechtsgeschichte:
1944 in Erfurt geboren, verbrachte meine Kindheit ab 1948 in Nordhausen. Die Entwicklung verlief, vom Elternhaus angehalten, systemkonform. Schilderung erster Brüche in der frühen schulischen Entwicklung, Vater war Architekt- ich war kein Arbeiter- und Bauernkind, Besuch der christlichen Jungschar, mit 14 Jahren Konfirmation, schlechte Voraussetzungen für den Besuch einer weiterführenden Schule, durch gute Leistungen im Sport konnte ich eine Kinder-und Jugendsport-Schule besuchen und dort das Abitur ablegen. Lehre zum Maschinenbauer und danach Studium einer technischen Hochschule. Erlebnisse gegen Ende der Oberschulzeit, während des Studiums und als junger Ingenieur führten zur inneren Umkehr und Kritik an der Allmacht der SED in betrieblichen Fachbereichen, der Heuchelei beim Umgang mit dem „sozialistischen Wettbewerb“, der Reglementierung der Freizeit, der Versorgungsprobleme uvm.Eine Auseinandersetzung mit der Kampfgruppe und deren Folgen zwangen zur Abkehr von der DDR. Darauf hin folgte für ihn und seine Familie 1980 die Antragstellung auf Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland. Besuche in der Ständigen Vertretung und ein Hungerstreik führten 1983 zur Verhaftung durch die Staatssicherheit. Für Nachrichtenübermittlung (§ 99), Agententätigkeit (§ 100) und Widerstand gegen die Staatsgewalt (§ 214)befand das Bezirksgericht Erfurt am 05.09.1983 auf drei Jahre Zuchthaus. Am 14.06.1984 gehörte ich zu dem Personenkreis, mit ca. 80 weiteren ehemaligen politischen Häftlingen, die aus dem Stasi-Gefängnis Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, nach Gießen in die Freiheit fuhr.